Liebe Münchnerinnen und Münchner,
liebe Engagierte!
Am 27. Februar ist Equal Pay Day. Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland – statistisch betrachtet – umsonst arbeiten. Dass wir einen Lohnunterschied in Höhe von 16 % zwischen Frauen und Männern haben, ist ein gesellschaftlicher Skandal. Und dass diese Lohnlücke wieder nicht gesunken ist, fordert unser Handeln. Deutschland zählt bei der Lohndiskriminierung zu den Schlusslichtern in der EU: Frauen verdienen weniger, obwohl sie nicht weniger arbeiten - ein großer Teil ihrer Arbeit bleibt unbezahlt.
Frauen verzichten auf bezahlte Erwerbsarbeit zugunsten der unbezahlten Sorgearbeit. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit und in schlechter bezahlten Branchen - in der Folge steigen sie seltener in besser bezahlte Führungspositionen auf. Die ungleiche Verteilung der unbezahlten Sorgearbeit ist die wesentliche Ursache für den geringeren Stundenlohn. Aber selbst, wenn dies herausgerechnet wird, verdienen Frauen in vergleichbaren Tätigkeiten durchschnittlich 6 % weniger als Männer.
Gegen diese Lohndiskriminierung wird am 26. Februar am Münchner Marienplatz protestiert!
Für die Frauen sind die Folgen der fehlenden Lohngerechtigkeit eine niedrigere Existenzsicherung und drohende Altersarmut. Aber auch der Wirtschaft fehlen weibliche Fachkräfte mit ihren innovativen Perspektiven. Chancengleichheit im Beruf und Lohngerechtigkeit sind ein Schlüssel zur Gleichberechtigung von Frauen – es profitieren aber auch Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Stadt München zeigt, wie es besser geht: Rund 60 % der städtischen Beschäftigten sind weiblich, und Frauen besetzen 50 % der Führungspositionen. Wir unterstützen unsere Mitarbeitenden bei der gerechteren Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit.
Als Oberbürgermeister ist es mir ein Anliegen, auf die Ungerechtigkeit des Gender Pay Gap hinzuweisen und das Münchner Aktionsbündnis im Kampf für Lohngerechtigkeit zu unterstützen. Es ist höchste Zeit für Equal Pay! Lassen wir die Lohnlücke platzen!
Dieter Reiter
Oberbürgermeister